![]() „Für uns ist das Schloss Leinzell kein Lebenswerk, sondern ein Glücksfall.
Sonst müssten wir uns wie so viele alte Menschen anstrengen, jedes Wochenende etwas Neues zu erleben.“, sagt Helmut Wickleder schmunzelnd. 2004 gründete er mit seiner Freu Silvia eine Stiftung zur Förderung junger und zeitgenössischer Kunst. Zeitgleich zur Stiftungsgründung wurde das Wickleder Sammlerpaar zu Schlossbesitzern und konnte so zur Präsentation der Kunstwerke den passenden räumlichen Kontext schaffen. Das Schloss ist eine ehemalige Wasserburg romanischen Ursprungs und liegt im Ostalbkreis bei Schwäbisch-Gmünd in sehr reizvoller Landschaft. Seit 2005 findet dort in regelmäßigen Abständen die Kunstschau LEINZELL OPEN statt – kuratiert von jungen Galeristen aus dem Süddeutschen Raum. Das Konzept dieser Ausstellung wurde mit Künstlern aus Baden-Württemberg erarbeitet und sieht vor, dass neben Studierenden und Absolventen der Kunstakademien Stuttgart und Karlsruhe auch Professoren dieser Hochschulen und internationale Gäste eingeladen werden. Die Motivation des Kunstsammelns lässt sich bei dem Paar Wickleder kaum in wenigen Worten erklären, sie selbst beschreiben an dieser Stelle oft die innere Verbundenheit zur Kunstwelt: die Bereitschaft, Wagnisse einzugehen, innere kreative Unruhe und der unbändige Wille, eigene Ideen und Vorstellungen lebendig werden zu lassen. Entgegen der ursprünglichen Idee, bereits etablierte Künstler zu sammeln und auszustellen, entschied sich das Künstlerpaar schnell vor allem junge Absolventen der Kunstakademien zu fördern. Nichtsdestotrotz finden sich in der Sammlung auch Werke Künstler wie Gerhard Richter, Wolf Pehlke, Axel Heil und Uwe Lindau. Versucht man inhaltlich Schwerpunkte der vielfältigen Wickledersammlung zu benennen, findet man sie zwischen Eros und Abstraktem, zwischen der sanften Sexualität in Bildern von Indra und der bis ins Gegenstandlose reduzierten Malerei Axel Heils. In die Reihe des prallen nackten Selbstbildnis von Donna Stolz fällt die I nstallation „Muschi Deluxe“ der 1982 geborenen Rebecca Thomas; ein Gesamtwerk bestehend aus Fotografie, Performance und Skulptur, welches 2008 auf der Leinzell Open gezeigt wurde. Werke reduzierter Ästhetik finden sich in dem großflächigen Tafelbild Philipp Haagers oder den mehrschichtigen Fotocollagen Susa Templins. Ein Prisma Gerhard Richters, eine kleine figurale Skulptur von Tinka Stock und eine Installation Andreas Hofers decken auch den skulpturalen Sammlungsanspruch Wickleders ab. |
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