Susa Templin (1965 in Hamburg geboren, lebt und
arbeitet in Berlin) fertigt Zeichnungen und Foto-
grafien und erarbeitet aus diesem persönlichen
Bild-Vokabular Collagen, Modelle und raumfüllende
Installationen.
Ihre Räume sind Provisorien und deuten dadurch
in sich Beweglichkeit und Veränderung an, sie sind
gestückelt und verschachtelt. Mit ihnen zeigt und
wendet Susa Templin Intimes, Nahes nach außen,
bringt es an die Schnittstellen und Kanten des
Anonymen, zieht Außenflächen nach Innen und
definiert so den unbenannten Raum und Zustand
des Lebens, das physische und psychische Dasein
in einer Stadt. Auf diese Weise wirft sie die existenzielle
Frage auf, inwieweit die innere Welt, der
private Raum die äußere Welt integriert, zulässt,
offenbart – und umgekehrt. Susa Templins
Zeichnungen und dreidimensionale Modelle sind
instabile, lose, fragile Entwürfe und spiegeln
thematisch die offen bleibende Antwort auf die Frage
wider, in welchen realen, imaginären, sich stetig
ändernden Räumen und Lebens-Entwürfen wir uns
tatsächlich befinden.
So sind die Collagen, Fotografien und Raum-
konstruktionen Interpretationen ihrer Wahrnehmung
von Räumen in Städten, verortet zwischen dem
Konstrukt und dem Individuum, an denen der
Betrachter seine Imaginationen und Erfahrungswelten
wiederum andocken kann.
Es sind die Orte des privaten, intimen Raumes im
Abstand zum Topos Stadt, die Templin modelliert
und in eine poetische Bildsprache übersetzt. 




templin

Susa Templin
aus der Serie: Public Spaces, 2002/10
52 x 42 cm
handgefertigte Farbfotografie/Collage