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Ein Garant für zeichnerisches All-over ist der 1965 geborene Edwin Schäfer. Seit Jahren entstehen mit Pinsel und Stift amorphe Formen, ornamentale Muster, Schriftzeichen, Gesichter und Figuren, die der Künstler auf Papier festhält oder gleich raum- füllend durch ganze Museen und Ausstellungshallen mäandern lässt. Schäfers Welten muss der Besucher sich erlaufen. Er nennt es „Verzeichnung der Wirklichkeit“. Jeder Betrachter erkennt Ausschnitte seines eigenen Bildgedächtnisses wieder: Bruchstücke trivialer Bildwelten aus Comic-Heften und Science Fiction-Filmen verbinden sich mit Vorlagen aus der Kunstgeschichte, mit alten Anatomiezeichnungen oder arabischer Kaligrafie. „Edwin Schäfer geht es um die augenzwinkernde Entschärfung der Frage nach der Autorenschaft“, schreibt Andreas Baur in einem Artikel, „und dabei darum, als Künstler zunehmend in die Rolle des Moderators zu schlüpfen, der dem zeichnerischen Fluss einen eigengesetzlich freien Lauf durchaus erlaubt.“ Auch die umfangreichsten Arbeiten wirken nie beliebig, sondern werden durch seinen zeichnerischen Stil zusammengehalten. Es sind inhaltliche Collagen aus einem Guss, die trotzdem aus dem Bauch heraus entstehen. „Ich möchte von einer Struktur erzählen, deren Ende ich nicht kennen kann“, sagt der Künstler. Aber es wird immer ein echter Schäfer dabei entstehen.
Charlie Tuerme
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Edwin Schäfer: Paniknocken, 2009 29,7 x 42 cm, Tusche Foto: Michael Inmann, Wien
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