Pat Rosenmeier sagt: „ Gute Bilder bestehen aus
guten Stellen“, und meint mit den guten Stellen
nicht die schönen Stellen. Eine gute Stelle kann
ihrer Meinung nach auch eine schlechte Stelle
sein, solange man sich bewusst für sie entscheidet.
Lange hat sich die 1979 geborene und in Kanada
aufgewachsene Künstlerin malerisch mit der
Magnolienblüte beschäftigt, trotzdem blieb das
Motiv für sie jederzeit austauschbar. Durch
Verfremdungsprozesse
wie das grobe Skizzieren und
die anschließende Projektion des Aquarells auf
Leinwand verschwimmt die Magnolie in Rosenmeiers
Bildern in Facetten von Gold und dunklen
Farben. Treffend formulierte Frank-Thorsten
Moll, Leiter der Kunstabteilung des Zeppelin-
museums, ihr scheint zu genügen, zu wissen von
welchem Motiv sie sich gerade soweit entfernt, dass
am Ende wenigstens noch eine Ahnung, ein
Schimmer oder eine Anmutung von Magnolien-
haftigkeit übrig bleibt.
Kompositionen lehnt Rosenmeier ab.
Ihr geht es um Farbe, um das Malen, darum, das
Abstrakte zu durchschauen oder sich am Versuch
daran zu probieren. Als ausgebildete Pilotin sieht
Rosenmeier die Welt als Muster, je höher, desto
formaler. Landschaften verschwimmen zu Formen
aus Acryllack, Energien werden zu Farbbergen, sie
sagt, es sei das selbe wie wenn wir in den Himmel
schauen und merken, dass wir uns diese Wolken
nicht ausdenken könnten. Abstrakte Realitäten
mischen sich mit der Frage nach dem Malerischen
und verschwimmen zusammen auf Leinwand, Pat
Rosenmeier fliegt uns einfach weg.

Arnika Fürgut




rosenmeier

Pat Rosenmeier
Silver Magnolia #1 (Dornröschen), 2009
Acryllack auf Leinwand
220 x 160 cm