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Der israelische Video-Künstler Gilad Ratman (geb. 1975 in Haifa, lebt und arbeitet in New York und Tel Aviv) studierte an der Bezalel Academy for Art and Design in Jersualem und ist Absolvent des MFA-Program der Columbia University New York. Seine detailreichen Videos sind geprägt von fragmentarischen Erzählungen, surreal anmutenden Handlungen ohne Dialog und einer die Situation verfremdenden Tonspur. Die Arbeitsweise des Künstlers orientiert sich in subversiver Art am experimentellen Kino und lässt Statisten in angeleiteten Performances auftreten. Die verwegene Atmosphäre des Videos „Alligatoriver” (2006) weckt Vorstellungen von magischen Ritualen in einem mediterranen Wald und zeigt urtümlich kostümierte Personen bei einer wilden, nächtlichen Tanzorgie, um die sich sonderbare, geheimnisvolle Handlungen arrangieren. Die Zusammenwirkung von Bild- und Tonspuren deutet deren Konstruiertheit an und führt die fragile Natur unserer Vorstellungskraft vor. Unter der Oberfläche von Masken und Kostümen arrangiert der Künstler sein Interesse an den Abgründen der menschlichen Existenz und den Atavismen ihres Erscheinens. Es ist der verlockende dämonische Kern, welcher den Betrachter verführt und zwischen infantiler Neugier und abwehrender Erkenntnis an die Oberfläche der Projektion bannt. Gilad Ratman wurde 2007 mit dem Isracard Preis für Kunst des Tel Aviv Museums ausgezeichnet. Er hatte Einzelausstellungen u. a. bei Bravermann in Tel Aviv und im Bell street project space in Wien sowie 2006 im Center for Contemporary Art Tel Aviv. 2009 nahm er an der 2nd Herzeliya Biennale in Israel teil und 2010 in der Greater New York Ausstellung am MoMA/PS1 in New York.
Sebastian Baden
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Gilad Ratman Alligatorriver (Videostill), 2006 Single Channel Video, Farbe, Ton, 21 min Auflage 5 Courtesy Galerie FGS, Karlsruhe
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