„Einerseits genügt es zwar, das eigentliche Thema
unserer Schöpfungsgeschichte bereits lückenlos
und logisch formuliert zu haben, andererseits
müssen wir aber auch einen gewissen Überschuss
an Bildern abliefern, wenn wir uns eines Tages
den außerirdischen Lebensformen verständlich
machen wollen“ gibt Wolf Pehlke im ersten Teil
seines umfassenden Textkonglomerats fat vodoo
zu bedenken. Auch in seiner künstlerischen
Arbeit ist der 1955 in Sinzheim geborene Maler
dem Alphabet nicht abgeneigt. In seiner Arbeit
Bild RAF (2007) verwebt er unterschiedlichste
signalfarbene Schlagzeilen aus der Zeit des deutschen
Terrors und verweist damit auf die explosive
und dennoch symbiotische Beziehung zwischen
Terrorismus und Massenmedien. Pehlke interessiert
sich vor allem für Fragen der Bildwahrnehmung.
Er experimentiert seit drei Jahrzehnten
mit unterschiedlichsten Mal- und Drucktechniken
und zeigt eindrucksvoll, dass die Idee
von der „Einheit des Bildes“ ebenso eine Illusion
ist wie die Vorstellung einer ganzheitlichen
Weltwahrnehmung.
Durch die Anwendung des Cutup-Prinzips in seinen
Texten und Bildern, kommt er der Abbildung des
Zusammenwirkens von Vielschichtigkeit, Gleich-
zeitigkeit und Redundanz, drei bestimmender
Faktoren einer medial repräsentierten
Informationsgesellschaft, sehr nahe. Durch
Variation und Kombination von Bildinhalten
und Hintergrundtexturen verleiht er gerade den
Widersprüchen in unserer Weltwahrnehmung
Ausdruck. Pehlke studierte von 1978
bis 1984 Malerei an der Staatlichen Akademie der
Bildenden Künste Karlsruhe. 1979 gehörte er zu
den Begründern der Künstlergruppe Kriegfried.
1987 erhielt er das Stipendium der Kunststiftung
Baden-Württembergs, 2002 das Cité-des-Arts-
Stipendium, Paris, und 2010 wird er mit dem
ersten Oberrheinischen Kunstpreis der Stadt
Offenburg und einer Ausstellung im der Städtischen
Galerie und dem Kunstverein Offenburg
geehrt.

Hansjörg Fröhlich




pehlke

Wolf Pehlke
Das ist ein Bild, 2010
90 x 120 cm, Acryl auf Leinwand
Courtesy of the Artist