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Der Wunsch nach Geborgenheit ist trotz Facebook- Account groß und so blickt der in anonymen Großstädten Geborene ein bisschen neidisch auf die Satellitenbilder des verträumten Ortes Jenesien bei Bozen, der Heimat von Gabriela Oberkofler (*1975). In ihren Videoarbeiten, Performances und Installationen, aber auch in den feinen Zeichnungen mit Filzstift und Tusche hinterfragt Oberkofler die scheinbare Idylle ihrer Jugend. Finster blickende Wölfe, ein brennendes Bauernhaus, tote oder blutende Tiere – oft schwingt ein melancholisch-düsterer Ton in ihren Zeichnungen mit. Die Videos und Installationen geben sich dagegen spielerisch und brechen ironisch den Stab über allzu sentimentalen Heimatgefühlen. Während ihres Studiums an der Kunstakademie Stuttgart bejodelte sie mangels majestätischer Bergwelt die Trümmerhügel, Baustellen und Betonklötze der Stadt oder verwandelte Ausstellungsräume in Hühnerhöfe und Taubenschläge. Egal, ob sie in Stuttgart, am Bosporus oder im heimatlichen Südtirol ihre Arbeiten zeigt, es geht Oberkofler immer um den Austausch zwischen den Kulturen, um das Aufzeigen von Gemeinsamkeiten. Aber es geht auch um Selbstvergewisserung in der Fremde, um den Verlust und die Möglichkeiten der Neu- und Wiederaneignung von kulturellen Werten.
Charlie Tuerme
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Gabriela Oberkofler Haus, Berg, Mädchen und Baum, 2008 Aquarellierbarer Filzstift auf Papier je 70 x 100 cm
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