Jan Löchte und vielleicht Alice aus dem
Wunderland. Er in der Badehose, sie im
sportlichen Trainingsanzug und mit funkelnden
Augen, rutschen zusammen durch das strahlend
blaue Wasser der Klospülung. Nebenan blubbert
es und ein kleiner Fisch schnappt nach Luft.
Der Hohlraum des PC Bildschirms ist zum para-
diesischen Aquarium geworden. Im Wald morsen
sich zwei Straßenlaternen durch Lichtzeichen
geheime Liebesschwüre zu, Shakespeare müsste
im Grab kichern.
Löchte
hat etwas übrig für Absurdität, genauso wie für
den öffentlichen Raum, das Stückchen Natur, das
Kleine im Großen und dessen Umkehrung. Weite
Gesten und Symbole, im Kleinen nachgebaut und
trotzdem: Grenzen verschwimmen und alles fließt.
1977 in Ravensburg geboren, hatte er schon eine
Bühnenbildhospitanz und eine Tätigkeit als Metall-
gestalter hinter sich als er 2001 sein Bildhauerrei-
studium an der Kunstakademie Stuttgart begann.
Mit dem Place de ma Fontaine hat Löchte sich
einen eigenen Brunnen gebaut. Aus weißglänzender
Keramik und hellblau eingefärbten Wasser
plätschert und rauscht es, der heisse Sommertag
verschwimmt zwischen Klobürsten und der
blumigen Wiese aus feuchten Schwammtüchern.
Der Brunnen als Symbol der Fruchtbarkeit und
Treffpunkt des öffentlichen Lebens wird zur
Akkumulation aus Keramik und Rohren.
Alles rauscht und fließt und blubbert und irgendwie
würde man am liebsten ins blaue Nass springen um
in Alice’ Kaninchenbau wieder aufzuwachen.

Arnika Fürgut




loechte
Jan Löchte
Place de ma Fontaine (Radio Short Cut Mix Edition)
Installation, 2008
Maße variabel, Kloschüsseln
Eimer, Schlauch, Pumpe
Aquarellfarbe, Schwammtücher