Daniela Libertad, 1983 in Mexico City geboren,
macht Videos, in denen sich die Verwendung von
Alltagsgegenständen, farbigen Stoffen, atmosphärischen
Klängen und dramatischer Beleuchtung zu
einer komplementären Mischung aus experimentellem
Film und barocker Sinnlichkeit verbinden.
Ihre Videos folgen keiner linearen Erzählung, sondern
erscheinen wie eine Aneinanderreihung von
Sequenzen aus magischen Ritualen, bei denen die
Protagonisten – meistens sind dies Laiendarsteller
– mit oft verbundenen Augen geheimnisvolle
Bewegungen und Gesten vollführen. Ein Stilmerkmal
dieser Videos sind die ausschnitthaften Bilder
oder close-ups, die jeweils nur einen Körperteil
oder einen begrenzten Aspekt des Bildgeschehens
zeigen. Diese Technik des passiven Verbergens,
oder aktiven Nicht-Zeigens, atmet den Geist surrealis-
tischer künstlerischer Verfahrensweisen und
spielt auf das Unbewusste als Produktionsstätte
von Bildern an. Die magische Kraft der Vorstellung
und das Begehren des Körpers sind wichtiger
Bestandteil der Videos von Daniela Libertad.
Die mexikanische Künstlerin studierte bis 2007 an
der E.N.P.G. „La Esmeralda“ in Mexico City und
schloss 2010 ihren MFA an der New York University
ab. 2006 war sie Baden-Württemberg Stipendiatin
an der Kunstakademie Karlsruhe und 2008 – 2010
erhielt sie das FONCA Auslands-Stipendium des
Landes Mexico. Ihre Werke wurden in der Galerie
der New York University, der Greg Kucera Gallery
in Seattle, WA, bei ZENSHI Tokio, Japan, im K.A.
Cultural Center in Seoul, Korea, in der Casa Vecina
in Mexico City und beim Internationalen Video
Festival in Bochum gezeigt.

Lukas Baden




libertad

Daniela Libertad
Untitled (tela rosa), 2009
C-Print, 20 x 30 cm, Auflage 5