Ulises Figueroa, 1977 in Mexico City geboren,
schafft bildhauerische und grafische Arbeiten, die
sich mit einer quasi-enzyklopädischen Erfassung
bestimmter Teilbereiche der Welt beschäftigen.
Dabei verbindet sich die scharfsinnige Interpretation
populärer Fehllektüren von wundersamen
und bestaunenswerten Phänomenen mit Einfallsreichtum,
Fantasie und viel spielerischem Humor
zu scheinbar naiven, von einer illustrativen Ästhetik
geprägten Handzeichnungen und Kleinplastiken.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeichnung
von einzelnen Spielzeugtieren, die aufgrund der
Detailgenauigkeit und der Handkolorierung einer
Fibel aus vor-massenmedialen Zeiten entsprungen
zu sein scheinen. Aus der Qualität der Darstellungsweise
ergibt sich ein Effekt der Vertrautheit,
der die Erscheinung des Dargestellten mit einbezieht,
obwohl die Referenten selber einer fantastischen
Vorstellungswelt des Kinderspielzeugs
entstammen und nichts mit tatsächlich lebenden
Wesen zu tun haben. Das suggestive Potential
dieser Arbeiten liegt in ihren Definitionslücken,
die den Betrachter heranlocken, um sie mit seiner
eigenen Vorstellungskraft zu vervollständigen und
damit an der Produktion des Täuschungseffektes
selbst beteiligen.
Ulises Figueroa studierte an der Escuela Nacional
de Pintura, Escultura y Grabado „La Esmeralda“ in
Mexico City. Seine Arbeiten wurden in unter anderem
in der Garash Galeria in Mexico City, der Sala
de Arte Publico Siqueiros (SAPS), der X-Teresa
Arte Actual und dem Centro Nacional des las
Artes in Mexico City gezeigt, sowie in der Ausstellung
„Stil Biuti“ im Centrum Sztuki Wspólczesnej
Zamek Ujazdowsk in Warschau, Polen und im
Centro de Arte Joven in Madrid, Spanien. Ulises
Figueroa wurde u.a. 2007 mit dem Jovenes Creadores
Stipendium des FONCA ausgezeichnet und
gewann 2003 den ersten Preis der Studenten in der
Bienal Nacional de Arte Visual Universitario.

Lukas Baden




figueroa

Ulises Figueroa
Archeopterix
(Basado en una figura de plástico), 2007
Gouache, Tusche, Bleistift auf Papier
Courtesy Galerie FGS, Karlsruhe