Es sind zwei Eigenschaften, die den Filderbahnfreunden
schon nach kurzem Kontakt mit
ihren Arbeiten von Seiten des Publikums wie von
den Professionellen zugesprochen werden: Eine
un ablässige Ironie, die all ihre Werke auszeichnet
und die sympathische Lässigkeit mit der die drei
Künstler an die Umsetzung ihrer charmanten
Projekte gehen. Michelin Kober, Daniel Mijic
und Daniel Sigloch haben sich beim Studium
an der Kunstakademie Stuttgart kennengelernt
und arbeiten seit 1999 als FFM an aberwitzigen,
immer auf den Ort der Präsentation genauestens
abgestimmten, aussagestarken, direkt ins viszeral-
kognitive Mark des Betrachters treffenden
Projekten. Nicht selten spielen in ihren Interventionen
Lebewesen wie Maden, Mäuse, Schweine,
Schafe, ihre eigenen Mütter, Eröffnungsredner
oder Radiomoderator Michael Branik eine zentrale
Rolle.
Kult sind inzwischen ihre Eingriffe Perlen vor die
Säue (2002, Galerie Oberwelt e.V.), als für einen
Abend lang drei Schweine ein im Galerieraum
eingerichtetes bürgerliches Wohnambiente verwüsteten
oder Friedrich Fuhrmann 1898-1968 (2008, Galerie
Michael Sturm @ Art Cologne),
bei dem es sich um eine fiktive Künstlerfigur
handelt, dessen Abbild und Biographie aus einem
Mix von Gesichtern berühmter Künstler und den
drei FFMlern gemorpht wurde. Der Nachlass des
Klons wird von den Filderbahnfreunden in Ausstellungen
gezeigt. Der Künstler als Objekt oder
Subjekt der Kunst, das Verhältnis von Form und
Aussage, sind Themen die FFM-Arbeiten immer
wieder umkreisen. Die in Leinzell gezeigte „katastrophale“
Rauminstallation Northberg Room
hält für den Besucher einen Parcours durch aus
Haushalt und Slapstick-Filmen bekannte Fallen
bereit. Die exemplarische Falle schlechthin, die
Bananenschale, gibt es eingeschweißt als Edition
zur Ausstellung.

Hansjörg Fröhlich




ffm

FFM
the return of the 7th son of northberg,
1999/2010
mixed media