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Die Werke von Franziska Degendorfer (geb.
1980, Ulm) sind zumeist verleimte oder genähte Collagen aus übermaltem Zeitungspapier oder bunten Stoffen. Neben großformatigen, abstrakten Arbeiten schafft Franziska Degendorfer auch kleinere, bewegte Collagen, bei denen sie bewusst die Bildfragmente der verwendeten Zeitungen zu neuen Landschafts- räumen zusammenfügt und gegenständliche Elemente im Bild stehen lässt. In manchen Werken taucht eine latente Figürlichkeit auf und setzt innerhalb des Grundrhythmus von Farbflächen, geometrischen Formen und Linien erzählerische Akzente. Stets betont die an der Kunstakademie in Karlsruhe ausgebildete Künstlerin die Materialität der verwendeten Stoffe und lässt reliefartige Wölbungen, Taschen und unregelmäßige Durchbrüche entstehen. Ihre Bilder aus Stoff sind von einer brüchigen Ornamentik gekennzeichnet, die an die Muster von Quilts oder Decken erinnert. Doch der Eindruck von Häuslichkeit, der hier entsteht, wird von der Widersprüchlichkeit der Bildoberfläche gestört. In ihren neusten Werken greift Franziska Degendorfer verstärkt auf abstrakte Tendenzen der Kunstgeschichte zurück und verbindet bestimmte bekannte Muster in überraschenden Kombinationen. Momente des Interieur-Designs der 60er Jahre werden dabei mit dem klaren Anspruch der Konkreten Kunst gesampelt. Sebastian Baden |
![]() Franziska Degendorfer o.T., 2010, 155 x 140 cm Stoff genäht auf Holzrahmen Courtesy Galerie FGS, Karlsruhe |