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Stefan Bombaci (Jahrgang 1965) legt in seinen
Arbeiten die Sinnschichten des Sinnlichen frei. An der Oberfläche trifft zunächst die Gegenwart auf unser Auge. Aber was ist unter der Oberfläche, wie wird das Sichtbare getragen und wodurch? Durch geschickt arrangierte und behutsam ausgearbeitete Materialisationen von pre- und postnatalen Erinnerungsfragmenten, möchte man antworten. Ein in Epoxidharz getränktes Seil hängt an der Wand. Eine Funktion, eine Manipulation ist nicht zu erkennen. Man möchte weitergehen. Doch der Titel, o. T. (Tiefschlaf) (2009), löst eine Serie erstaunlicher Assoziationen aus. Ein Seil verschlungen wie die Pfade des nächtlichen Traumes, ein Seil das aus den Höhlen und Schluchten des Nachtmahrs, die Verbindung zurück an die Oberfläche, ins Wachbewusstsein sichert. Eine Nabelschnur zum Konstrukt der durch Übereinkunft abgesegneten Realität, zur „geistigen Gesundheit“. Und doch nur ein Seil. Dieser nüchterne Surrealismus, dieses Spiel mit Bedeutungsebenen auf scheinbar nackter, sinnfreier Gegenständlichkeit, diese Einladung zur freien Assoziation, zeichnet Bombacis neueste Arbeiten aus. Der Stuttgarter Künstler wirft uns auf seine Liege und braucht uns nicht einmal, wie weiland Sigmund Freud, Fragen zu stellen. Nein, es sprudelt von selbst. Freilich hat der Denker-Künstler Bombaci die Liege (o.T. (Liege), 2009) gleich mit dazugestellt. Dem Skelett einer Gartenklappliege nicht unähnlich, mit Stalagmiten aus Epoxidharz und Polyurethan lockend, scheint sie auf den postmodernen Fakir zu warten, der wir alle sind. Das Erleiden und die Überwindung des Schmerzes als Daseinsgrund, Lebensinhalt und Mittel zur Erlösung! Mein Gott, Bombaci, das ist der Hattrick. Hansjörg Fröhlich |
![]() Stefan Bombaci o.T. (Liege), 2009, 74 x 200 x 62 cm Metall, Polyurethan, Epoxidharz |
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