Merkwürdige Bündel aus Stroh, Haarteilen und
Textilien verdichten sich in der Malerei der 1984
in Lörrach geborenen Mona Ardeleanu zu
schützenden Nestern, Stulpen und Knäueln. Es sind
in sich geschlossene Strukturen, die sich mal
deutlich als großer Heuballen oder als Kranz aus
kleinen Ästen zu erkennen geben, mal an skurrile
Handtaschen oder archaische Trophäen erinnern.
Ardeleanu erschließt sich in ihrer Begeisterung für
Struktur und Materialität, die sie in altmeisterlicher
Manier wiedergibt, eine höhere Bedeutungsebene.
Ihre Haarteile, geknoteten Stoffe und Flechtwerke
sind mehr als die Summe der einzelnen Teile. Sie
rufen beim Betrachter Erinnerungen sowohl an
vertraute, als auch an exotisch fremde Gegenstände
wach, an afrikanische Masken oder fremdartige
Accessoires, deren eigentlicher Nutzen sich nicht
erschließen mag. Ardeleanus Nester sind zeit- und
ortlose Fetische, die von weisen Menschen zu einem
bestimmten magischen Zweck angefertigt wurden
und womöglich übernatürliche Kräfte zu entfalten
in
der Lage sind. Schwerelos schweben die
Strukturen
vor einem oft erdig-braunen, samtigen
Hintergrund,
als kostbare Reliquien einer
universellen Religion.

Vielleicht sind es auch nur Bündel von Lumpen –
aber wer weiß?

Charlie Tuerme     


arde

Mona Ardeleanu
Stulpe I, 2009, 140 x 130 cm
Öl auf Leinwand